Montag, 26. August 2013

Klein Chicago läßt Grüßen

Ja, unsere Stadt ist wieder soweit!

Wir sind wieder klein Chicago!

Menschen werden zusammengetreten und Totgeschlagen, innerhalb von vier Wochen werden achtzig Autos aufgebrochen.

Ja, wir sind wieder da, wo unsere Stadt schon einmal stand.

" Mama!!!!! Mama!!!! Schnell, deine Autoscheibe ist kaputt!!!!!"
Völlig aufgelöst rennt meine mittlere Tochter in die Wohnung. Das lange Haar zerzaust, Tränen in den Augen.

Meine Große und ich stehen in auf.
Zeit verläuft so langsam, das man es als Superzeitlupe bezeichnen könnte.

Ich komme aus der Haustür. Erst ist nichts zu sehen, dann gehe ich ums Auto rum.
Ein gähnendes Loch schaut mich an, als wolle es mich hineinziehen.

" Ok, scheiße, heller Tag ca 17 Uhr 50. Wir waren zu Hause, mitten am Tag, niemand hat was gehört, auch wir nicht. Mein Geldbeutel, ich hatte doch diesen blöden Geldbeutel im Auto, weil ich noch Schuhe für meinen Sohn kaufen wollte." Denke ich.

Also gehe ich um das Auto rum zur Fahreseite öffne es und blicke hinein.
Leere!
Ich bitte meine Große darum noch mal drinnen nachzuschauen.
Sie kommt raus, schüttelt den Kopf.

Ich könnte mir in den Arsch beißen, weiß das ich dies nicht kann, greife zum Handy und rufe die Polizei.
" Dauert ca ne dreiviertel Stunde!" sagt eine säuselnde Männerstimme am Telefon und ich frage mich ob ich wirklich richtig bin.
Gut, die sind angerufen.
Bankkarten sperren lassen.
Kein Problem!
Die Damen sind noch säuselnder als der Mann und ich bekomme langsam Angst.
Zu viel Freundlichkeit hat mich schon immer verdutzt.

Plötzlich fällt mir ein, ich habe keinerlei Ausweispapiere mehr.
Jeep, kann ich mit Leben.

Aufeinmal bemerke ich, das die ganze Nachbarschaft zusammengelaufen ist.
Ich habe da Menschen kennengelernt, die hab ich noch nie zuvor gesehen.

Meine Große hat mittlerweile meinen, unseren Chef angerufen.
Auch er fuhr vor, denn es war ja mal wieder mein Geschäftsauto.

" Willst du nicht mal Schuhe anziehen?"
" Schuhe! Hör mir damit auf. Ich glaube das ist jetzt mein geringstes Problem!" sage ich zu meiner Nachbarin.

Nach zwanzig Minuten kommen unsere Jungs, auf Motorrädern.
Sie beginnen damit Fotos zu machen, Fragen zu stellen, meine kleine erinnert sich an eine Frau mit roten Haaren, Piercing im Gesicht und ne grüne Hose, die da rumgelungert hat.
Nachbarn haben nichts gehört, ich ja auch nicht, also wie sollen sie das hören.

Ich erinnere den Polizisten daran, das er mir eine Bestätigung geben soll, weil ich ja keine Ausweispapiere mehr habe.
Ja, macht er schickt er mir zu, aber ich solle mir keine Sorgen machen, der Geldbeutel tauche wieder auf.

Ja, aber bis dahin, kann ich mich nicht ausweisen.
Also nicht bestätigen das ich die bin die ich bin.
" Gute Frau philosophische Grundsatzdisskusionen sind jetzt nicht so sinnvoll."
" Finde ich schon. Wenn ich nicht beweisen kann das ich die bin die ich bin, wie werden dann ihre Kollegen reagieren?"
" Gut, das ist ein Argument. Haben sie ihren Paß?"
Ich brumme ihn an.
" Kleiner Scherz!" meint er.

Danke, von Scherzen habe ich heute genug.

Die Jungs sind fertig. Steigen auf ihre Maschinen und ich bleibe mit einem Haufen neugieriger Nachbarn, durchgeknallten Kindern und einem Haufen Scherben zurück.

Also tue ich das, was ich am besten beruhigt.
Aufräumen!

Dann gehen auch die Nachbarn!
Meine Kinder gehen rein und schauen fern!

Und während ich die Scherben zusammenkehre, das Auto aussauge, denke ich an eine Zeit, wo man noch höflich war!

Da kamen sie und haben gefragt, ob man ihnen Geld geben könnte!
Zwar hielten sie einem ein Messer vor die Nase oder eine Waffe, doch sie haben gefragt und sie waren höflich, denn meistens benutzen sie noch das Wort Bitte!

Heute machen sie Dinge kaputt!
Tchja, Zeiten ändern sich und die Ganoven auch!

- copyright pammg-