Donnerstag, 8. August 2013

Nicht die Nerven verlieren

Klar....
Ich bin ganz ruhig....
Gelassen....
Friedlich....

Ich bin im Himmel von Friede, Freude Eierkuchen und lasse mich von Licht und Liebe Fanatikern umgeben!

Nicht die Nerven verlieren Kleines, rede ich mir gut zu und versuche weiter dem Treiben dieses
so genannten spirituellen Helfers, seinen lauf zu lassen.

Ok, ich bin selber Schuld!
Ich habe mich überreden lassen zu so einem Seminar mit zu gehen. Ein Kumpel von mir, hat mich eingeladen.
Er meinte, ich könnte wohl damit was anfangen.

Er tippte wohl darauf, weil ich mich für Mystik und Religion Interessiere.
Die Esoteriker-Szene ist mir jedoch Fremd und ich kann nicht viel mit dem Licht und Liebe Gerede anfangen.

Doch ich bin mit!

Jetzt saß ich in diesem Raum, mit ca. 50 Menschen, die gespannt auf einen Mann warteten, der Ihnen bei ihren Lebensproblemen Hilfe versprach.

Jeep, nach dem Erlebnis diese Woche mit dem Peterle- Syndikat, kommt das mir gerade recht.

Der Mann kam.
Lässig gekleidet stand er auf dem Podium und fing an über das innere Kind zu reden, das ja ach so verletzt bei uns allen ist!
Und er sprach davon, dass wir es sind die in unserem Leben die Ursache allen Geschehens sind.
Er sprach von Partnerschaften die für uns ein Weg sind unsere Schuld zu sehen und unsere Fehler und wenn wir in einer Partnerschaft sind, das man da immer zu viert ist.
Zwei erwachsene und zwei innere Kinder.

Er sprach davon, das das innere Kind gelebt werden müsse.

Das waren schon die Momente, wo ich einfach auf die Bühne laufen wollte und meinem inneren Kind die Freiheit lassen wollte, ihn zu hauen.

" Durch unsere Liebe, sind wir in der Lage die Welt zu retten! Wir müssen nur genug Liebe in uns aufbringen, dann wird das Schlimme von ganz alleine aufhören. Wir müssten nichts tun nur lieben. Und wenn das Schlimme in unserem Leben auftritt, dann hätten wir nicht genug geliebt! Ich erkläre das in meinen Büchern und CD und auch in meinen Einzelstunden und in meinen Seminaren!"

Jetzt tobte mein inneres Kind wirklich.
Und ich dachte mir: " Wenn er sagt, dass man sein inneres Kind leben soll, dann lass ich es jetzt mal!"

Jedes mal, wenn er seine CD´s, Bücher, Seminare erwähnte, murmelte mein inneres Kind, gleichzeitig: " Denkt nicht an den grünen Elefanten mit den Feuerroten Punkten!"
Es war nur so laut, das es nur mein direktes Umfeld mitbekam.
Zwar wurden sie etwas unruhig, aber sie schickten mir ganz viel Liebe, so das mein inneres Kind sich sehr darüber freute und sich sagte: " Wenn die mir Liebe schicken, finden sie es gut! Denkt nicht an den grünen Elefanten mit den feuerroten Punkten!"

So ging es fast drei Stunden.
Er redete.
Ich murmelte.

Ich konnte spüren, wie die Aufmerksamkeit um mich, immer mehr auf mich kam.
Das war mir recht.
Mal schauen ob es funktionierte.

Endlich kam er zum Ende!

" Haben sie noch Fragen?" Sagte er.
Zwei Reihen vor mir stand eine Frau auf.

" Was meinten sie eigentlich mit ihrem Beispiel von dem grünen Elefanten mit den Feuerroten Punkten?" fragte sie.

Völlige Verwirrung in seinem Gesicht.

" Ja, das würde mich auch interessieren!" sagte ein Mann hinter mir.

" Ich habe nichts von einem solchen Elefanten erwähnt!" antwortete er völlig verdutzt.

" Doch, doch haben sie. Ich glaube es war als über die Verletzungen des inneren Kindes sprachen!"
" Nein! Hab ich.."
" Aber sicher haben sie das! Ich habe es doch genau verstanden, aber es war nicht beim inneren Kind, sondern als es um die Partnerschaft ging." redete ein man dazwischen. Er saß drei Stühle neben mir.

Plötzlich meldete sich jemand etwas weiter weg.
" Also ich bin auch der Meinung, das sie uns das mit dem Elefanten erklären sollte." Die Frau stemmte die Hände in die Hüfte.

" Ich habe nie einen Elefanten erwähnt!" stotterte er.

Seltsamer weise, fingen sich jetzt an die Leute über den Sinn dieses Elefanten zu unterhalten und immer wieder versuchte er zu versichern, das er eben diesen nicht erwähnt habe.

Langsam musste er sich ziemlich verarscht vorkommen.
Ok, ein bisschen Mitgefühl hatte ich schon.
Aber nicht viel.

Ich stupste meinen Kumpel an und stand auf.
" Lass uns gehen!"
Er folgte mir brav.

Draußen lachte ich laut los und ich liebte mein inneres Kind dafür.

" Sag mal, jetzt mal ehrlich. Er hat das mit dem Elefanten nicht erwähnt oder?"
Nachdem ich mich ausgelacht hatte, konnte ich antworten.

" Nein hat er nicht."
" Das warst du!"
" Jeep!"
" Aber wieso sagen sie er war es!"

" Ganz einfach. Ich habe leise gesagt, das sie nicht an den grünen Elefanten mit den feuerroten Punkten denken sollen. Nicht wird im Unterbewusstsein nicht wahr genommen, und so mussten sie an diesen Elefanten denken. Dadurch, das ich leise sprach, war ein Teil ihrer Aufmerksamkeit bei mir, weil sie ja wissen wollten was ich sage. Menschen sind neugierig. Doch sie wollten auch mitbekommen was er sagt.
Das Unterbewusstsein verknüpft also beides und macht eines daraus. Das andere ist Gruppendynamik.
Sobald zwei oder mehr Menschen davon fest überzeugt sind, das etwas gesagt oder getan wurde, werden die anderen folgen.
Aus dem einfachen und simplen Grund, das sie dazugehören wollen und je mehr behaupten das etwas so ist wie es ist, desto mehr werden folgen.
Simple Psychologie:"

" Du bist schon ein kleines Miststück!"
" Jeep, doch mal ehrlich, lieber einen grünen Elefanten mit feuerroten Punkten, wie so ein Buch in dem du dazu verdammt bist immer Schuld an dem Schlimmen im Leben zu sein!"

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