Samstag, 16. November 2013

Herzenmut statt Urteilswut

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich Nachdenklich geworden bin!

Ich muss noch etwas vorauschicken:
 
   " Ich bin ein Gegner von Schlagen von Kindern! Doch ich bin auch ein Gegner von dem,
      was ich heute hörte!"


Heute Morgen bin ich zu meinem Lieblingsfloristen gegangen, weil ich einen kleinen Strauss brauchte.
Und wie immer gibt es einen, der schneller ist und dreißig Rosen haben will gebunden.
Also durft ich warten, obwohl drei Damen arbeiteten, doch jede war sehr beschäftigt.

Besonders eine junge Frau, ca dreißig.
Sie erzählte, nein doch eher schrie sich darüber aus, dass sie Gestern beim einkaufen eine Frau beobachtet hatte, die es wohl ziemlich eilig hatte und ein Kind dabei!

Wir Eltern kennen die Verkaufsstrategie von diesen Läden.
Am Anfang stehen ein Spielzeughaufen und die Kinder schreien: " Haben will!"
An der Kasse ist das genauso!

Also, die junge Frau, erzählte so laut, es konnte jeder hören im Laden, dass die Dame versucht hatte mit Engelszungen, ihr Kind von dieser Spielzeugpyramide weg zu bekommen.

Wir kennen das!

Nach zehn Minuten des versuchten, guten zuredens, langte die Dame wohl ihrem Kind eine auf den Hintern und zog es völlig entnervt mit sich!

Ich hörte der Floristin, obwohl es ja niemanden etwas anging, unfreiwillig zu.
Ich hörte ihr geschimpfe und gezeter über das assoziale Verhalten, dieser Dame!

Wohl gemerkt, die Frau hatte zehn Minuten damit zugebracht, das Geschehen zu beobachten!
Wohl gemerkt, erst nach zehn Minuten rissen der Mutter die Nerven!

Zehn Minuten sind eine ewige Zeit.

Irgendwann, reichte es mir.

Ich fragte die Floristin: " Was haben sie getan?"
Antwort: " Nichts!"
Ich: " Ok, sie haben zehn Minuten beobachtet, wie die Mutter und ihr Kind immer verzweifelter wurden?"
Antwort: " Ja!"
Ich: " Sie sind also nicht mal hingegangen und haben höfflich gefragt, ob sie behilflich sein könnten?"
Antwort:  " Nein!"
Ich: " Sie haben sich also nicht mal gefragt, was gerade in dieser Frau und ihrem Kind los ist?
Sie haben sich nicht für einen kurzen Moment mal in die Mutter hinein versetzt und sich gefragt, ob sie vielleicht so reagiert, weil sie von allen Seiten angegafft wird und versucht das richtige zu tun und dann genau das Gegenteil tut?"
Antwort: " Nein!"
Ich: " Haben sie Kinder!"
Antwort: " Ja, zwei!"
Ich: " Ihnen ist noch nie die Hand ausgerutscht?"
Antwort: " Nein!"
Ich: " Auch nicht, wenn ihr Kind in eine heiße Flamme langen wollte und sie vor Schreck leicht auf die Fingerchen gehauen haben?
Sie haben ihr Kind noch nie in einer Situation, in der sie selbst völlig am Ende waren, etwas ruppiger an der Hand durch die Straßen gezogen, weil sie endlich nach Hause wollten?
Sie haben ihr Kind nicht mal schreien lassen, wenn es Abends nicht Schlafen wollte?
Sie haben ihr Kind noch nie mit Liebesentzug gestraft, weil es etwas angestellt hat oder kaputt gemacht hat?"


Es wurde plötzlich Still!
Sie wurde Rot!

Ich: " Wissen sie, wir alle machen Fehler! Wir alle lernen aus Fehlern! Wir alle sind einfach nur Menschen, auch ich und gerade ich! Wir alle haben eine ganz eigene Wahrnehmung und jeder hat seine Welt und wenn ich dann einen Bruchteil eines Menschen sehe, der sich Verhält, dann Urteile ich!
Sie haben zehn Minuten einer Mutter gesehen, zehn Minuten eines Verhaltens, was nicht richtig war!
Sie haben sich aber auch Verhalten!
Und ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was gerade schlimmer wiegt und will das auch gar nicht wissen!
Sie hätten in ihrem Rahmen, in ihren Möglichkeiten, die Chance gehabt vorher Hilfe anzubieten!
Doch was haben sie getan!
Nichts!
Und auch nichts tun ist ein Verhalten!

Sie stellen sich hin und Urteilen über eine Mutter, der sie nicht geholfen haben oder kurz abgelenkt haben!
Zuspruch nach dem Motto, ja das kenne ich auch, ist eine blöde Situation, hätte die Situation, entschärft!
Doch sie Urteilen!
Obwohl sie Nichts getan haben!

Wissen Sie, ich würde mir wünschen, es gebe mehr Menschen mit Herzensmut geben als mit Urteilwut!"


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